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VMWare ESX – Backupmöglichkeiten der VMs

Mai 30th, 2008 · 3 Kommentare

Zusammen mit meinem Team von 3 System Engineers betreuen wir unter anderem eine VMWare Umgebung mit 4 ESX Hosts. Als Storage System haben wir ein NetApp FAS6070 Cluster. Die Server hatten wir bisher mit Backup Exec auf Tape gesichert. Es werden nun immer mehr physikalische Server auf die ESX Umgebung migriert. Auch neue Server werden normalerweise nur noch virtuell erstellt. Für die virtualisierten Server heben wir nun 3 Möglichkeiten zum Backup:

Den Backup Exec Agent weiterverwenden ist gelinde gesagt suboptimal. Der ESX Host wird stark belastet, der Backup Vorgang ist langsam, das Backup Fenster ist kaum einzuhalten.

VMWare bietet mit VCB die Möglichkeit die VM Daten zu sichern, ohne das der ESX Host belastet wird. Dazu muss auf einem weiteren Windows Server VCB installiert werden. Dieser Server muss (Shared) Zugriff auf die Daten haben, die auf dem SAN liegen. Danach wird auf dem ESX Host ein VMWare Snapshot der Virtuellen Maschine gemacht. Der VCB Host kann dann ein konsistentes Backup ziehen. Danach wird der VMWare Snapshot wieder commited. Hier wird zwar der ESX Host nicht belastet, aber die Backup dauern weiterhin lange (da auf Tape) und das commiten des VMWare Snapshots kann bei belasteten Servern einiges an Zeit in Anspruch nehmen.

Da die virtualisierten Server nun vollständig auf dem NetApp Storage liegen, bietet sich die dritte Möglichkeit an. NetApp hat ein Feature (Snapshots) bei dem ein incremental Backup eines Volumes gemacht werden kann. Dieser Vorgang dauert nur Sekunden (normalerweise 2-5sec) und hat keinerlei Performance Impact auf den ESX Host. Auch hier müssen wir entsprechende VMWare Snapshots erstellen, bevor wir mit NetApp Snapshots ein konsistentes Backup ziehen können (Ziemlich verwirrend, da beide Hersteller den Begriff Snapshot verwenden). Auch hier müssen wir den VMWare Snapshot am Schluss wieder löschen und die Änderungen commiten, aber da der Backup Vorgang nur Sekunden gedauert hat, ist der Umfang hier relativ gering.

Für uns war somit die Wahl klar. Wir implementieren die Backups mit Snapshots auf dem NetApp Storage.

In einem weiteren Artikel werde ich die Schritte und Scripts für die Snapshots erläutern.

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Tags: VMWare

3 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 Perl Backupscript für VMWare auf Netapp // Mai 7, 2009 at 19:19

    […] ← VMWare ESX – Backupmöglichkeiten der VMs VMotion per command line aktivieren […]

  • 2 Joerg // Mai 11, 2010 at 8:00

    Stellt sich für mich allein nur die Frage, was man unter einem Backup verstehen kann. Ein Snapshot ist aus meiner Sicht bisher nur ein Hilfsmittel gewesen um dann letztlich ein vollständiges Backup zu erstellen.

    Das Bestreben ist meinerseits jeden Tag rekonstruieren zu können. Mittels Snapshot-Techniken erreiche ich sogar die Möglichkeit einen Stand stündlich wiederherstellen zu können.

    Ein Snapshot allein auf einem Storage-System erscheint mir so flüchtig, dass ich es für meine Zwecke eher als Wagnis sehen würde mich darauf zu verlassen. Es sei denn, es finden regelmäßige Sicherungen auf Band statt, welche dann ausgelagert werden.

    Warum schreibe ich das: Weil ich selbst nach einer ordentlichen Möglichkeit Suche meine ESX zu sichern. Dabei denke ich natürlich an das auslagern der VMs auf ein Storagesystem und anschließendes Sichern auf Band.

    Würde mich freuen dazu einen Dialog führen zu können, welche diverse Möglichkeiten detailierter umschreibt.

    Mittlerweile ist der Beitrag knapp 2 Jahre alt, da wird sich doch mal was getan haben :-)?

  • 3 Marc // Mai 17, 2010 at 15:52

    Hallo Herr Bode.

    Sie haben natürlich recht, dass falls die Snapshots auf dem selben System verbleiben das Problem besteht, dass bei einem Totalausfall des Storage Systems auch die Backups weg sind. Dies müssen natürlich noch weggesichert werden. Dies kann auf verschiedene Arten geschehen. Aber alle Arten haben keinen direkten Einfluss auf die VMWare Hosts und belasten diese nicht. Solange das Storage System genug Leistung hat ist keine Beeinträchtigung der VMWare Umgebung gegeben. Auf der Plusseite haben wir dadurch viel mehr Zeit um das Backup durchzuführen, da dies ja bereits nach den ersten paar Sekungen unabhängig vom Primär System ist.
    Im vorliegenden Falle haben wir die Snapshots mit NetApp eigener Technik (SnapVault) auf ein weiteres System, das an einem anderen Ort steht (DRS Site) asynchron gespiegelt. Da dies eine NetApp eigene Technik ist, ist diese „Snapshot-aware“ und überträgt nach der ersten initialen Synchronisierung nur noch Deltas. Dies ist entsprechen Zeit- und Netzresourcen schonend.
    Theoretisch ginge auch ein Auslagern auf Tape.

    Das Backupscript von damals verwende ich immer noch. Es ist stabil, erfüllt den Zweck hervorragend und kann einfach gescripted werden. Alternativ kann bei vorhandenem Budget auch der SnapManager for VI von NetApp gekauft werden, der das gleiche mit GUI macht.

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